Sind Katzenfänger unterwegs? 

Sind Katzenfänger unterwegs?

Auch im letzten Herbst erreichten uns erneut besorgte Anrufe von Bürgern, die vor allem nachts (4:00 - 6:00 Uhr) auffällige Fahrzeuge bemerkt haben - angeblich mit der Aufschrift TIERSCHUTZ. In der Friesenstraße in Halle ist in einer Nacht, in der ein solches Fahrzeug beobachtet wurde ein privater Kater verschwunden. Leider müssen wir aus den Erfahrungen der letzten Jahre sagen, Katzenfänger sind auf Deutschlands Straßen immer wieder aktiv. Welchem Zwecke diese Fangaktionen dienen, können wir nur erahnen.

Kommen diese Tiere in Versuchslabore?  
Eher unwahrscheinlich. Laut Aussagen von Experten werden dort nur "reine Exemplare" verwendet.

Werden diese Tiere in Kochtöpfen von "Feinschmeckern" landen?  
Trotz mehrerer Anzeigen konnten Verdächtigungen von seitens der Behörden nicht bestätigt werden.

Müssen unsere Stubentiger ihr Leben für das berühmte, altbewährte Katzenfell (zur Linderung von Rheumaerkrankungen) lassen?  
Die Überprüfung der Herkunft der Katzenfelle in den Sanitätshäusern erweist sich als äußerst schwierig - kommen die Felle meist aus dem Ausland. Es ist daher durchaus vorzustellen, das hier gefangene/getötete Katzen erst den Weg ins Ausland antreten, um dann als Rheuma-Katzenfell wieder nach Deutschland eingeführt zu werden. Um unsere Stubentiger mit Freilauferlaubnis und unsere Straßenmiezen vor Angriffen dubioser Katzenfänger zu schützen möchten wir hier wichtige

Hinweise zur Vermeidung illegaler Fangaktionen an alle Tierfreunde aufzeigen:

  • Sollten verdächtige Fahrzeuge auffallen - egal zu welcher Uhrzeit - SOFORT die zuständige Polizeidienststelle oder das Büro des Tierschutzes benachrichtigen.

  • Unbedingt SOFORT das Kennzeichen des betreffenden Fahrzeuges notieren.

  • FRAGEN SIE, wenn möglich, den Fahrer des betreffenden Fahrzeuges nach seinem Ausweis/Dienstausweis oder Fangerlaubnis vom zuständigen Veterinär- bzw. Ordnungsamtes oder dem Mitgliedsausweis/Dienstausweis des Tierschutzes.

    Mitarbeiter des Tierschutzes oder Mitarbeiter der Veterinär- bzw. Ordnungsämter können sich jederzeit ordnungsgemäß ausweisen. Sie werden Ihnen sicherlich nicht böse sein, wenn sie die Angaben der Ausweise telefonisch überprüfen wollen. Die Mitarbeiter des Tierschutzes sind in privaten Fahrzeugen ohne Vereinsaufschrift unterwegs. Fragen Sie lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig !

Das persönliche Erlebnis eines Tierschützers beim Fangen von Straßenkatzen zur Kastration
"Seit der Wende bemühe ich mich wie viele andere Tierschützer auch, das Leben der vielen Straßenkatzen positiv zu beeinflussen. So bin auch ich über viele Jahre, im Auftrag unseres Vereins, mit Katzenfallen und Tragebehälter auf den Straßen unterwegs gewesen, um die Samtpfoten zur Kastration einzufangen. Oft stand ich (auch im Winter) an zugigen Ecken und wartete darauf, dass mir hungrige Katzen in die Falle tappten. Sehr oft waren die Futterstellen gut versteckt, so dass auch die Fallen nicht zu sehen waren. Manchmal musste ich die Fallen aber auch auf den Gehweg oder an den Gartenzaun stellen - so dass diese dann von vielen Passanten gesehen wurden. Meist schmerzten die Bemerkungen Vorbeilaufenden - so wie:
"Na endlich werden die Viecher weggefangen." oder
"Na hoffentlich macht ihr die Viecher dann platt."

Viele der Leute gingen aber auch einfach daran vorbei.
Nur zweimal in den vielen Jahren meiner "Katzenfängertätigkeit" wurde ich von besorgten Bürgern angesprochen und gebeten, mich auszuweisen!
Ich bin mir ziemlich sicher, das die illegalen Tierfänger dieses Desinteresse der Bürger immer wieder ausnutzen - es wird ihnen ja auch leicht gemacht"
(Erfahrungsbericht von Tierschützer C. Lämmerhirt; Tierschutzverein Halle)