Gefahren lauern im Hause

„Meine Katze lasse ich nicht raus, dass ist viel zu gefährlich“ höre ich oft vom Halter eines Stubentigers. Jedoch nur den wenigsten ist bewusst, dass gerade im Haushalt für Katzen unzählige Gefahren lauern. Wie Kleinkinder durchstreifen sie neugierig die Wohnung und ist Frauchen oder Herrchen mal nicht Zuhause, kann es zu bösen Überraschungen kommen.

Drei Jahre lang schritt Kater Benjamin zum Stolz seines Herrchens in den Sommermonaten an der Balkonbrüstung entlang. „Katzen sind doch Kletterer“. Dass sich der Balkon im zweiten Stock befand, sorgte Herrchen auch nicht groß. „Katzen fallen doch immer auf die Füße und können auch schon mal von großer Höhe springen, was soll da schon passieren?“

Eines Tages als Benjamin wieder hoch oben an der Balkonbrüstung sein Revier abschritt, flatterte ein Schmetterling heran. Der übermächtige Spiel- und Jagdtrieb erwachte in Benjamin und ließ ihm alle Vorsicht vergessen. Mit einem Riesensprung wollte Benjamin seine Beute erlegen und stürzte dabei vom Balkon. Leider haben Katzen keine neun Leben wie es oft heißt und Benjamin stürzte so unglücklich, dass er den Sturz nicht überlebte. Die Leichtsinnigkeit seines Halters kostete Benjamin letztendlich das Leben.

Durch ein Kippfenster verletzt oder getötet, vom Balkon oder geöffneten Fenster gestürzt, auf der heißen Herdplatte verbrannt, vom Regal erschlagen, durch ein zerbissenes Stromkabel verletzt oder getötet. Vergiftungen durch offen liegen gelassene Arzneimittel, Haushaltschemikalien oder Pflanzen.

Magen- oder Darmverstopfung durch gefressene Kleinteile, erstickt in Plastiktüten, unbeobachtet in die Waschmaschine gelangt, und so weiter

Viele solcher „Schicksalsschläge“ füllen regelmäßig die Wartezimmer der Tierärzte. Dabei könnten die meisten Unfälle bei entsprechender Vorsorge vermieden werden.

Katzen sind von Natur aus neugierig, erkunden im Spiel die Dinge, haben einen Jagdinstinkt und erkennen nicht die für sie lauernden Gefahren im Haushalt. Gewissenhafte Tierhalter vermeiden daher Risiken und treffen entsprechende Vorsorge. So können Absicherungen von Fenstern und Balkon Stürze verhindern.

Kleine Dinge die zum Spiel reizen und verschluckt werden können wie Gummiringe, kleine Bälle, Reißnägel, Nähnadeln, Wollreste, Fäden, aber auch Zigarettenstummel und Plastikbeutel sollten nicht frei zugänglich für die Katze herumliegen. Katzen lieben es von oben herab zu beobachten. So werden schon mal an der Wand befestigte Regale beschritten, alles wird erkundet. Achten Sie auf Standfestigkeit und Tragfähigkeit, sowie auf den darauf platzierten Dingen wie Vasen, Blumentöpfe, etc. Durch ihr großes Wärmebedürfnis werden Katzen von Kerzen, Bügeleisen, Heizgeräten und auch offenen Feuer magisch angezogen. Sehr schnell kann hier etwas passieren.

In der Küche lauern von der Herdplatte, dem Topf kochendes Wasser bis hin zum geöffneten Geschirrspüler viele Gefahren für den Stubentiger. Wird in der Küche gearbeitet, hat die Katze dort nichts zu suchen.

Denken Sie an Tier, erkennen Sie die Gefahrquellen und beseitigen Sie diese. Der Fachhandel oder Ihr Tierschutzverein berät Sie gerne über die Möglichkeiten.

Es liegt in unserer Hand, mit Umsicht und Fürsorge dafür zu sorgen, dass die Katze im Hause vor Schaden bewahrt wird, glücklich und unversehrt recht lange lebt, und seinem Menschen viel Freude bereitet.
rd